Tui-Sicherheitschef wird erster Verfassungsschutz-Vize mit Migrationshintergrund – Werden die NSU Akten endlich geöffnet?

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Titelbild: Sinan Selen, hier neben Ex-Innenminister Thomas de Maizière, war früher beim BKA.

Personeller Umbruch bei dem Verfassungsschutz: Offenbar wird der Sicherheitschef des Reisekonzerns TUI zur Behörde wechseln.

Der Sicherheitschef des Reisekonzerns Tui, Sinan Selen, wird nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS neuer Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV). Selen ist türkischer Abstammung und damit der erste Topbeamte mit Migrationshintergrund innerhalb der deutschen Sicherheitsbehörden.

FOCUS beruft sich auf Kreise des Bundesinnenministeriums. Wann genau Selen seinen Dienst antrete, stehe allerdings noch nicht fest, hieß es.

Selen ist Jurist und startete seine Karriere im Jahr 2000 beim Bundeskriminalamt (BKA), bei dem er als Chef einer Ermittlungsgruppe unter anderem zwei Islamisten ermittelte, die 2006 Bombenanschläge auf zwei Regionalzüge geplant hatten. Anschließend wechselte er zur Bundespolizei und war später als Referatsleiter im Bundesinnenministerium zuständig für die internationale Terrorismusabwehr. 2016 wechselte Selen zu TUI und leitet dort die Konzernsicherheit.

NSU-Morde – Werden die jetzt endlich mit dem „türkisch-stämmigen“ Verfassungsvize aufgeklärt?

Wohl kaum. Der NSU-Prozess ist vorbei, viele Fragen bleiben offen. Dennoch will der Verfassungsschutz in Hessen eine Akte über die Rechtsterroristen bis ins Jahr 2134 unter Verschluss halten. Da kann auch der Verfassungschef nichts an diesem Urteil ändern. Abseits der Mainstream Medien findet sich in sowohl linken, rechten als auch moderaten Medien und Kreisen die Annahme Zuspruch, dass der Bundesverfassungsschutz unter dem Einfluss bzw. Kontrolle der US-Geheimdienste gehandelt haben könnte, um in Deutschland „Spannungen“ zwischen „Deutschen“ und „Migranten“ zu erzeugen (damals gab es noch keinen Syrienkrieg und dementsprechend noch keine Flüchtlingsströme, die heute die Hauptverursacher von „Spannungen“ sind.

Die Annahme wird dahingehend bestärkt, dass während des Untersuchungsverfahrens, bergeweise Beweismaterial u.a. Akten „zufällig geschreddert“ worden sind, die mit dem BND in Zusammenhang standen und viele Ungereimtheiten auf die Planung, Vertuschung und die „Beweismittelvernichtung“ (damit sind die Tötungen der NSU-Täter und Zeugen) hindeuten.

Ein fast unwiderlegbares Indiz ist zudem die Bespitzelungsaffäre des Bundestages und der Bundeskanzlerin durch die NSA, von dem der BND anscheinend Bescheid wusste, jedoch dem Bundestag keine klare Antwort geben konnte.

Der BND gehört dem transatlantischen Bündnis Verein an, an denen auch fast alle deutsche – sowohl privatliche als auch staatliche – Medien und Verlage angebunden sind. Sie dürfen u.a. laut Vereinbarung nicht gegen die Interessen der USA agieren und nicht Israel-kritisch berichten.

Mehr Informationen zum NSU-Fall – Broschüre „Unter den Teppich gekehrt“

Die im Oktober 2017 vom Kulturbüro Sachsen e. V. veröffentlichte Broschüre „Unter den Teppich gekehrt. Das Unterstützungsnetzwerk des NSU in Sachsen“ ist jetzt in zweiter Auflage erschienen und wieder bestellbar. Sie beschäftigt sich mit den maßgeblichen Unterstützer*innen des NSU in Sachsen und ihren Unterstützungsleistungen für die Rechtsterrorist*innen. In der Publikation werden die Ergebnisse einer aufwendigen Recherchearbeit veröffentlicht und verbreitet, bei der die Dokumente der Untersuchungsausschüsse, des Gerichtsprozesses in München und zahlreiche Publikationen zum Thema intensiv ausgewertet wurden. Der NSU hat nach heutigem Kenntnisstand mindestens zehn Menschen ermordet und mindestens drei Sprengstoffanschläge verübt. Der Gerichtsprozess gegen die fünf Hauptangeklagten vor dem Oberlandesgericht in München dauert an. Deutlich wird bisher vor allem, was die juristische Aufarbeitung nicht leisten kann. Kaum sichtbar bleibt beispielsweise das Unterstützungsnetzwerk, das grundlegend zur Ermöglichung der begangenen Straftaten beitrug. Mit dem Fokus auf die Unterstützer*innen des NSU in Sachsen soll die veröffentlichte Broschüre diese Leerstelle schließen.

Nachdem die Broschüre bereits nach wenigen Wochen vergriffen war, liegt nun eine zweite Auflage vor und die Broschüre kann wieder bestellt werden.

Zwei Stück der Broschüre können gegen einen frankierten, adressierten Briefumschlag (A4, 1,45 €) bestellt werden.
Bei Bestellungen von drei Broschüren und mehr erheben wir eine Schutzgebühr von 2 € pro Broschüre zur Refinanzierung der Druckkosten. Bestellungen in dieser Höhe richten Sie bitte an Melanie.Wehner[ät]kulturbuero-sachsen.de . Eine Rechnung über Porto und Schutzgebühr legen wir der Sendung bei.
Anfragen für Veranstaltungen zur Vorstellung der Broschüre richten Sie bitte an: Michael.Nattke[ät]kulturbuero-sachsen.de

Hier geht es zur Seite der Kulturbüro Sachsen: https://kulturbuero-sachsen.de/2-auflage-der-broschuere-unter-den-teppich-gekehrt-das-unterstuetzungsnetzwerk-des-nsu-in-sachsen/

 

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