Ein signiertes Foto von Hitler, wie er ein kleines jüdisches Mädchen umarmt, wurde soeben für über 11.000 Dollar verkauft

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„Nachforschungen zeigen, dass Hitler schon früh auf die jüdische Herkunft des Mädchens aufmerksam wurde, es aber ignorierte.“

Washington Post/mit freundicher Genehmigung von Alexander Historical Auctions

Das Foto von Adolf Hitler und Rosa Bernile Nienau in seinem Refugium 1933, verkauft von Alexander Historical Auctions in Maryland.

Trotz der widerwärtigen Geschichte des NS-Regimes scheinen Artefakte und Utensilien aus dieser dunklen Ära in der Geschichte immer wieder Interesse zu wecken. Besonders faszinierend ist dieser neueste Gegenstand aus der Nazi-Zeit, der gerade in einem Auktionshaus in Maryland verkauft wurde: Es ist ein Bild, auf dem Hitler ein jüdisches Mädchen umarmt.

Das Foto zeigt Hitler und ein junges, blondes Mädchen namens Rosa Bernile Nienau. Bernile war zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa sechs Jahre alt und wurde als „das Kind des Führers“ bekannt. Das Kind und der Diktator hatten am gleichen Tag Geburtstag.

Obwohl beide Ihren Geburtstag am 20. April feierten, hätte ihr kultureller Hintergrund ansonsten nicht unterschiedlicher sein können, was im Kontext von Nazi-Deutschland ein unerhört erstaunliches Stück Geschichte ist.

Das „Führerkind“ war jüdisch – und anscheinend wusste Hitler es.

Bernile und Hitler  –  Jerusalem Online/Alexander Historical Auctions

Das Foto wurde im Alexander Historical Auctions Auktionshaus in Chesapeake City, Maryland, USA, versteigert. Es ist von Hitler selbst in dunkelblauer Tinte beschriftet, und der deutche Text lautet: „Die liebe und [besonnene?] Rosa Nienau, Adolf Hitler München, den 16. Juni 1933“.

Das Foto erzielte erstaunliche 11.520 Dollar – und der Vizepräsident des Auktionshauses, Andreas Kornfeld, kann auch nachvollziehen, warum.

Kornfeld bezeichnete die Fotografie als „eines der einzigartigsten Objekte, die ich in meiner Zeit bei dem Auktionshaus gesehen habe“, da Bernile jüdischer Herkunft ist.

Kornfeld: „Als Deutscher hatte ich die Geschichte noch nie gehört, und obwohl ich das Bild oft gesehen habe, wäre mir die hinter dem Bild stehende Geschichte nie in den Sinn gekommen, und diese Geschichte ist umwerfend.“

Das Bild wurde 1933 auf Hitlers Landsitz in den bayerischem Bergen aufgenommen. Das Bild wurde als Propagandainstrument aufgenommen. Die Hitlerbilder des Fotografen Heinrich Hoffmann wurden oft verwendet, um den Diktator in einem positiven Licht darzustellen, als ein Mann, der Kinder liebte.

Bernile und Hitler begegneten sich erstmals, nachdem sie und ihre verwitwete Mutter 1933 von München zu Hitlers Exerzitien reisten, und das Mädchen wurde irgendwie ausgewählt, den Führer zu treffen. Das Auktionshaus sagt, dass es wahrscheinlich wegen des gemeinsamen Geburtstages ausgewählt wurde.

Anscheinend haben sich die beiden miteinander verbunden und verstanden sich gut, was man an dem kürzlich verkauften Foto der beiden erkennen kann. Bernile soll ihn sogar „Onkel Hitler“ genannt haben. Nach dieser ersten Begegnung trafen sie noch mehrmals zusammen und wurden bis 1938 auch Brieffreunde.

Adolf Hitler (1889 – 1945) in München im Frühjahr 1932. (Photo Heinrich Hoffmann/Archive Photos/Getty Images)

Das Auktionshaus erklärt, dass Bernie zu einem Viertel jüdischer Abstammung war, was nach nationalsozialem Rassenrecht als völlig jüdisch galt.

Alexander Historical Auctions sagt, dass es Grund zur Annahme gibt, dass Hitler sich ihrer jüdischen Herkunft bewusst war und keinen Anstoß nahm.

„Nachforschungen zeigen, dass Hitler schon früh auf die jüdische Herkunft des Mädchens aufmerksam wurde, es aber ignorierte, entweder aus persönlichen oder aus Propagandagründen“, heißt es auf der Webseite des Auktionshauses.

Einer von Hitlers Gefolgsleuten soll von Bernilles Herkunft erfahren haben und ihr und ihrer Mutter den Besuch des Landsitzes untersagt haben. Hitler war darüber nicht glücklich und hielt weiterhin Kontakt zu seinem kleinen Lieblingsmädchen aufrecht, wurde aber 1938 von einem anderen hochrangigen Nazi-Beamten dauerhaft daran gehindert, mit ihr zu kommunizieren.

Fünf Jahre später, am 5. Oktober 1943, starb Bernile im Alter von nur 17 Jahren an Polio in einem Münchner Krankenhaus.

Kornfeld gab weder die Identität des Käufers noch den Verkäufer preis, der den Gegenstand zum Auktionshaus gebracht hatte. Kornfeld hat aus Respekt vor der Privatsphäre nicht einmal das Geschlecht des Käufers offenbart.

Wer auch immer der Käufer ist, er ist jetzt im Besitz eines wirklich erstaunlichen Objekts: eines Moments, in dem der wohl berüchtigtste und rücksichtsloseste Diktator der modernen Geschichte seinem eigenen antisemitischen Regime zuwiderhandelte.

Verweise:

https://allthatsinteresting.com/hitlers-descendants

https://allthatsinteresting.com/fuhrerbunker

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