Menschen in Großbritannien & Niederlanden zünden 5G Sendemasten an

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Die vier größten britischen Mobilfunkbetreiber haben in einer gemeinsamen Erklärung um Hilfe gebeten, um das Verbrennen von 5G-Türmen zu verhindern. In Großbritannien wurden letzte Woche mehrere Zelltürme bei offensichtlichen Brandanschlägen angegriffen, nachdem Online-Theorien die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie mit der Einführung von 5G in Verbindung gebracht hatten. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für eine Verbindung, aber die Theorien haben sich in sozialen Netzwerken wie Facebook weit verbreitet.

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Die neuesten Nachrichten über südkoreanische Wissenschaftler, die davor warnen, dass COVID-19 bei geheilten Patienten sich spontan „reaktivieren“ kann, scheinen 5G-bezogenen Theorien über das Coronavirus nur mehr Zunder zu verleihen.

Doch Großbritannien scheint nicht allein dazustehen, die “Bewegung” ist neuerdings auch auf die Niederlande übergesprungen. In den vergangenen Tagen wurden in den Niederlanden mehrere Brandanschläge auf Mobilfunkmasten verübt, berichtet De Telegraaf. Auslöser dafür sollen Verschwörungstheorien sein, die 5G in Zusammenhang mit der Verbreitung von Covid-19 bringen. Genaue Zahlen wollen die Behörden zwar nicht nennen, es handle sich aber um “mehrere Vorfälle”.

Bereits in der Vorwoche hatten ähnliche Anschläge in Großbritannien für Aufregung gesorgt. Gleich in mehreren Städten wurden dort Mobilfunkmasten angezündet. Zuvor waren Drohungen gegen Mitarbeiter von Telekomfirmen eingegangen, in denen ihnen vorgeworfen wird, “Technik zum Töten der Bevölkerung” zu installieren.

Vorwurf

Die 5G-Gegner stellen dabei die Behauptung auf, dass die neue Mobilfunktechnologie das Immunsystem der Menschen schädige, und so das Risiko für eine Infektion mit Covid-19 erhöhen. Einen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt es allerdings nicht. (red, 12.04.2020)

Attacken

In mehreren britischen Städten wurden in den vergangenen Tagen Mobilfunkmasten angezündet, berichtet der “Guardian“. Ob es sich dabei überhaupt um 5G-Masten gehandelt hat, ist teilweise noch ungeklärt. Zumindest in einem Fall scheint dies aber nicht so gewesen zu sein. Bereits zuvor gab es Drohungen gegen Mitarbeiter von Telekomfirmen, die sogar beim Verlegen von Glasfaserleitungen beschimpft wurden. Der Vorwurf: Sie würden “Technik zum Töten der Bevölkerung” installieren. Auch Politiker, die sich öffentlich gegen entsprechende Behauptungen gestellt hatten, sahen sich zuletzt zunehmend mit Drohungen konfrontiert.

Behauptung

Eine verbreitete Behauptung der Verschwörungstheoretiker: 5G würde das Immunsystem der Menschen schädigen und so das Risiko für eine Infektion mit Covid-19 erhöhen. Einen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt es freilich nicht. Doch es kursieren auch noch wildere Theorien. So sorgte vor einigen Wochen ein Video für Aufsehen, in dem die Behauptung aufgestellt wurde, dass 5G den Menschen buchstäblich den Atem raube, indem durch die Strahlen Sauerstoff in der Lunge zerstört werde. Die Verschwörungstheoretiker von Qanon brachten wiederum Microsoft-Gründer Bill Gates als Erfinder des Virus ins Spiel, während vor allem Rechtsextreme hinter alldem eine chinesische Biowaffe vermuten.

“Kompletter Müll”

Der Chef des britischen National Health Service (NHS), Stephen Powis, findet zu alldem deutlich Worte: “Die 5G-Geschichten sind kompletter Müll.” Solche Verschwörungstheorien seien die schlimmste Form von “Fake-News”. Und gerade in einer Zeit, wo die Menschen – aber auch Einsatzkräfte – so sehr auf Mobilfunknetze angewiesen seien wie noch nie zuvor, sei so etwas gefährlich.

Reaktion

Angesichts dessen kommen aus der britischen Politik vermehrt Rufe, dass die Plattformbetreiber schärfer gegen solche Verschwörungstheorien vorgehen sollen. Und einer davon hat auch tatsächlich bereits reagiert: Youtube kündigte am Sonntag an, dass künftig sämtliche Videos, die Covid-19 mit 5G in Verbindung bringen, gelöscht werden. Damit verschärft man die bisherigen Regeln in dieser Hinsicht ein weiteres Mal, bisher blieben einige der Clips stehen, obwohl es offiziell bereits eine Policy gegen “medizinisch nicht haltbare Behauptungen” gibt.

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