Archäologen entdeckten in der Schweiz eine 3.500 Jahre alte Hand-Prothese

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Die einzigartige Entdeckung wurde 2017 in der Nähe des Bielersees in Bern (Schweiz) gemacht.

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Schatzsucher fanden die Handprothese Berichten zufolge mithilfe von Metalldetektoren. Sie fanden auch einen Bronzedolch und ein Rippenknochen, welche sie zusammen mit der Hand dem Archäologischen Dienst in Bern zur Überprüfung aushändigten.

Nach jüngsten Analysen ist die Handprothese möglicherweise gar die älteste Bronzeskulptur in Europa. Sie wiegt ungefähr ein Pfund und hat eine Manschette aus Goldfolie um das Handgelenk herum. Man geht davon aus, dass die Befestigung im Inneren es ermöglicht hat, das Modell zu montieren. Die Radiokarbondatierung erfolgte anhand des Klebstoffs, mit dem die Folie am Handgelenk befestigt wurde. Der Ursprung der künstlichen Hand geht zurück auf etwa 1.400 bis 1.500 v. Chr., die Mitte des Bronzezeitalters..

Bildnachweis: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

“Wir haben so etwas noch nie zuvor gesehen”, sagte Andrea Schaer, Leiterin der Abteilung für Alte Geschichte und römische Archäologie beim Archäologischen Dienst in Bern, gegenüber National Geographic. “Wir waren uns nicht sicher, ob es authentisch war oder nicht – oder sogar, um was genau es sich handelte.”

“Es könnten die Insignien dieses Mannes gewesen sein”, fuhr Schaer fort, “und als er gestorben war, wurden sie mit ihm begraben.” Die Forscherin vermutet, dass die Hand ein Ersatz für die natürliche Hand war, welche der Besitzer zu Lebzeiten verloren hatte. Die Prothese erscheint jedoch für den täglichen Gebrauch zu empfindlich. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Hand auf einer Statue befand, die wie ein Zepter auf einem Stock montiert war. Sie könnte auch als Teil eines Rituals getragen worden sein.

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Ermutigt, mehr darüber zu erfahren, kehrte Schaer mit einem Team zurück. Sieben Wochen lang gruben sie den Bereich aus, der sich als schwer beschädigtes Grab herausstellen sollte. Sie fanden die Knochen eines Mannes mittleren Alters, einen langen Bronzestift, eine Bronzespirale, von der man annimmt, dass sie eine Haarbefestigung ist, und Fragmente aus Goldfolie, die zu den Fingern der Bronzehand passen. Die Schlussfolgerung war, dass die Handprothese mit dem Mann begraben sein muss.

Bildnachweis: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Die Entdeckung ist unglaublich einzigartig, da Metallobjekte in Bestattungen aus der Bronzezeit recht selten sind. In den Bestattungen aus der Bronzezeit in der Schweiz war zudem selten Gold gefunden worden.

„Die Tatsache, dass wir Tausende von Gräbern aus der Bronzezeit kennen, indes noch nie etwas Ähnliches gefunden haben, zeigt, dass es etwas Besonderes ist“, sagte Stefan Hochuli, Leiter der Abteilung für Denkmalpflege und Archäologie. “Es gibt uns einen Einblick in die spirituelle Welt dieser Gesellschaft – und sie ist viel komplexer als wir oft denken.”

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