Brenton Tarrants Tatwaffe mit der er über 50 Muslime erschoss – Was steht da eigentlich drauf?

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Brenton Tarrant (28) wuchs in der australischen Kleinstadt Grafton auf, arbeitete als Fitnesstrainer, reiste sieben Jahre um die Welt. 

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Über 50 Menschen kamen bei einem abscheulichen Kampf gegen zwei Moscheen in Christchurch, Neuseeland, um. Der Terrorist hinterlies ein 78-seitiges “Manifesto”, welches zeigt, dass der Terroranschlag durch tief verwurzelte anti-muslimische und fremdenfeindliche Gefühle motiviert war, die speziell gegen Türken in Europa gerichtet ist. Sogar der türk Präsident Erdogan wird darin erwähnt.

Auf einem Griff am Lauf der Waffe steht „TURKOFAGOS“ – Es heißt „Türkenfresser“

Berühmt werden wolle er durch den Anschlag nicht, behauptet Tarrant: „Nein, das wäre lächerlich. Ich werde schnell vergessen sein. Aber der Schock nach meiner Tat wird noch für Jahre vor sich hin rieseln und eine Atmosphäre der Angst kreieren, die wichtig ist.“

Vor Gericht zeigte Brenton Tarrant, der Terrorist, der in Neuseeland mehr als 50 Menschen auf dem Gewissen hat, das intern. Erkennungszeichen “White Power”, welches die Überlegenheit der “weissen Rasse” symbolisieren soll. Um zu verdeutlichen wie weit sich das Netzwerk erstreckt: Oberhalb der Bildhälfte sieht man Polizisten aus Alabama, USA, die das gleiche Symbol zeigen.

Er schreibt, er habe die Attacke „ungefähr zwei Jahre im Voraus“ geplant. Er schwärmt von dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik, der 2011 mit zwei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen tötete. Seine Behauptung, er habe mit Breivik Kontakt gehabt, lässt sich nicht belegen.

Tarrant soll in sozialen Medien berichtet haben, er habe nach dem Tod seines Vaters Geld geerbt. Deshalb habe er seinen Job 2011 kündigen und um die Welt reisen können. In seinem Manifest behauptet Tarrant etwas anderes: Er habe angefangen, in „Bitconnect zu investieren und dann mit dem Geld daraus zu reisen.“ (Bitconnect war eine Digitalwährung mit einem Pyramidensystem das Ende 2017 Zusammenbrach und vielen Menschen ihr Geld kostet. Woher Tarrant das Geld für seine Weltreise letztendlich hatte, ist unklar.

Der Balkan

Seine Waffen tragen unter anderem Namen von Schlachtorten und Kämpfern, die auf dem Balkan gegen die Osmanen gekämpft hatten. Der Attentäter von Christchurch ist offenbar ein Kenner der Geschichte des Balkans. Nun wurde bekannt, dass er mehrmals in der Region war.

Der mutmaßliche Haupttäter des Moschee-Massakers in Christchurch in Neuseeland habe im November 2018 als Tourist eine Reihe historischer Orte in Bulgarien besucht, sagte der bulgarische Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow am Freitagabend nach einem Treffen von Regierungsvertretern mit den Geheimdiensten.

Brenton Tarrant in Nord Korea. Der australisch-stämmige Terrorist kam viel um die Welt.

Der Attentäter sei demnach im vergangenen Herbst von Dubai nach Bulgarien geflogen. Das Balkanland habe er vom 9. bis 15. November 2018 bereist, wobei er Gasthäuser den Hotels vorgezogen habe. Anschließend sei der Attentäter mit einer rumänischen Fluggesellschaft von Bulgarien nach Bukarest weitergeflogen. In Rumänien habe er ein Auto gemietet, um nach Ungarn weiterzureisen. Es sei unklar, ob er allein unterwegs gewesen ist.

Nun soll ermittelt werden, ob der 28-jährige Australier wirklich nur als Tourist in der Region unterwegs war, um die historischen Stätten zu besuchen, oder ob er andere Ziele verfolgt hat. Sofia prüft nun vor allem, was für Kontakte der Australier in Bulgarien hatte. Über mögliche Terroraktivitäten in Bulgarien soll es derzeit keine Angaben geben.

Die Geschichte des Balkans zur Zeit des Osmanischen Reiches kennt er erstaunlich gut.

Ich kann entschieden sagen, dass dieser Mensch ein Spezialist in Balkangeschichte war”, sagte der renommierte bulgarische Archäologe Nikolaj Owtscharow der Nachrichtenagentur Focus in Sofia.

Die Tatwaffe

Auf der Waffe des Attentäters war unter anderem der Name von Skenderberg (1405-1468) zu lesen, ein albanischer Fürst, der auf dem Balkan einen Aufstand gegen das Osanische Reich führte. Auch der Name des serbischen Fürsten Lazar Hrebeljanović (1329-1389), der in der Schlacht aumf dem Amselfeld gegen die Osmanen gefallen ist, war zu lesen. Nun sollen die Ermittlungen klären, wie der Schütze zu diesen Kenntnissen gekommen ist.

Bereits vom 28. bis 30. Dezember 2016 hatte der Australier nach Kenntnissen der bulgarischen Behörden auch Serbien besucht. Dabei sei er auch durch Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Kroatien gereist. Er soll vor allem mit Bussen unterwegs gewesen sein.

Der spezielle Hass gegen die Türken

Das Manifest hat einen Teil mit dem Titel “to turks” (deutsch: “An die Türken”, in dem der Terrorist alle Türken zu töten droht, die auf der europäischen Seite der Türkei und anderswo in Europa leben. Der Text definiert das Gebiet als “Ostseite des Bosporus”.

“Wir kommen für Konstantinopel und wir werden jede Moschee und jedes Minarett in der Stadt zerstören. Die Hagia Sophia wird von Minaretten befreit sein und Konstantinopel wird zu Recht noch einmal im Besitz von Christen sein”, so der Text weiter.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird auch in dem Manifest angegriffen, in dem er fordert, dass er während eines Besuchs in der türkischen Gemeinschaft in Europa getötet werden sollte, die der Angreifer in seinem hasserfüllten Text als “seine ethnischen Soldaten, die derzeit Europa besetzen” nannte.

Der Text sagt auch, dass Erdoğans Tod dazu dienen wird, einen Keil zwischen den türkischen Invasoren, die derzeit unser Land besetzen, und den ethnischen Europäern, die die Türkei schwächen, zuzsetzen, und die Region zu schwächen, einen Hauptfeind Russlands zu beseitigen und die NATO zu destabilisieren und zu zerstören. ”

In einem Teil mit dem Titel “Europa für Europäer” gelobt das Manifest, alle “Eindringlinge” aus Europa zu entfernen, unabhängig davon, ob es sich um “Roma, Afrikaner, Inder, Türken, Semitische oder andere” handelt.

Das Manifest argumentiert, dass die NATO in eine europäische Armee verwandelt werden sollte, und die Türkei, das zweitgrößte Militär im Bündnis und eines der ersten Mitglieder seit 1949, sollte “noch einmal in die wahre Position einer fremden feindlichen Streitmacht zurückgedrängt werden”.

Radikalisierte er sich in Europa?

Seine ehemalige Chefin äußert den Verdacht, er habe sich während seiner Weltreise radikalisiert: „Ich denke, irgendetwas ist ihm auf seinen persönlichen Reisen passiert.“

Tarrant bestätigt diese Vermutung in seinem Manifest, wenn er schreibt: „Zwischen April 2017 und Mai 2017 reiste ich durch West-Europa – Frankreich, Spanien, Portugal und andere Länder – und es gab eine Serie an Events, die meine Vorbehalte brachen. Ich konnte bei der Gewalt nicht länger wegschauen.“

Er reiste offenbar auch in Länder wie Pakistan. Es finden sich jedoch keine Anzeichen dafür, dass er sich wegen Erfahrungen in diesen Ländern radikaliserte. In einem Facebook-Post soll Tarrant Angaben des „Sydney Morning Herald“ zufolge positiv über seine Pakistan-Reise berichtet haben. Das Land sei „ein unglaublicher Ort, voll mit den ernsthaftesten, gutherzigsten und gastfreundlichsten Menschen der Welt“, habe Brenton Tarrant damals geschrieben.

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1 Comment

  1. Der Typ hat sein Auto voll mit Waffen gehabt. Mindestens 5 Stück. Er konnte gut schießen und mit der Waffe gut umgehen. War schon ein Profi. Wo hat er das gelernt? Selbst oder in Militär? Schießverein?
    Das es gegen Erdogan ist. Klar. Der sich mit dem Ösil trifft.

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