Coronavirus führt zu schockierendem & gefährlichem Anstieg von Rassismus gegenüber Asiaten

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Die Angst vor dem neuen Coronavirus führt weltweit auch zu Ausgrenzung und Stigmatisierung. Die chinesische Botschaft in Berlin ist besorgt.

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Während in Ostasien sowie in Europa und Nordamerika immer wieder neue Fälle des neuartigen Coronavirus auftauchen, hat eine weitere Pandemie mit möglicherweise tödlicheren Folgen die Welt erobert: die Wiederbelebung schockierend rassistischer und abscheulicher Stimmungen, die sich gegen Menschen aus China und Ostasiatischer Abstammung richtet.

Am Donnerstag erreichte dieser hässliche Trend einen herzzerreißenden Höhepunkt, als ein Chinese in Chinatown in Sydney, Australien, zusammenbrach und an einem Herzinfarkt starb. Berichten zufolge ignorierten die Zuschauer den 60-jährigen Mann, als er leblos am Boden lag, und lehnten es ab, ihn wiederzubeleben. Sie ließen ihn auf dem Bürgersteig sterben, aus Angst, das Coronavirus zu bekommen, so der Daily Telegraph.

Die südkoreanische Zeitung Hankyoreh berichtet, dass in Frankreich eine koreanische Frau sich beschwert hat, dass sie aufgrund des Aufschwungs der Fremdenfeindlichkeit mehrmals großen Belästigungen ausgesetzt war. Die Zeitung berichtet, dass sich die Frau in einem Beitrag in einem südkoreanischen Online-Forum beschwert hat:

„Ein älterer Mann nannte mich ‘Dreckige Chinesin’ Ein Jugendlicher schaute in mein Gesicht und sagte mir, ich solle ‘abhauen’. Ich bin wirklich fast zusammengebrochen, als eine obdachlose Person auf der Strase mich ‘Hure’ nannte.

Auch wenn ich erkläre, dass ich Koreanerin bin, sagen sie mir, dass alle Asiaten abhauen sollen. Ich hatte Angst davor, aber es persönlich zu erleben, hat mir gezeigt, wie schwer es ist, so einen Hass zu ertragen. Ich habe Angst mich in eine Menschenmenge zu begeben. “

Im französischen BFM-Fernsehen beklagte sich ein aus Asien stammender Franzose:

“Als ich aus einem Sportstadion in Downtown Paris kam, machte sich ein Junge über mich lustig, indem er schrie:” HIER KOMMT DER CORONAVIRUS. ”

Die Beschwerden sind auf einen Aufschrei über eine Schlagzeile zurückzuführen, die letzte Woche in der Lokalzeitung Courrier Picard veröffentlicht wurde und „Alerte jaune“ (gelbe Warnung) und „Le péril jaune?“ (Gelbe Gefahr?) Neben dem Bild einer Chinesin in einer Schutzmaske enthielt in Anlehnung an ein rassistisches Konzept des frühen 20. Jahrhunderts von der sogenannten “Gelben Gefahr”, die die sogenannte “zivilisierte” weiße westliche Welt gegen die angebliche “Bedrohung” durch die Völker des “Orients” oder des Ostens stellt Asien.

Der alarmierende Anstieg von offen rassistischem Missbrauch in öffentlichen Verkehrsmitteln und sozialen Medien in Frankreich hat dazu geführt, dass viele Asiaten das Hashtag “JeNeSuisPasUnVirus” (oder “Ich bin kein Virus”) verwenden.

Deutschland:  Rassismus gegen Chinesen auf Höchststand – Auch körperliche Angriffe

Pauschale Verdächtigungen wegen des Coronavirus und ein körperlicher Angriff: Die chinesische Botschaft in Berlin sorgt sich um die Sicherheit ihrer Staatsbürger in Deutschland. «Die jüngsten Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien haben nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und sind besorgniserregend», teilte die Botschaft auf Anfrage mit. Man habe beim Auswärtigen Amt notwendige Maßnahmen gefordert, um «die Sicherheit, legitimen Rechte und die Würde der chinesischen Staatsbürger zu gewährleisten».

Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher China-Gesellschaften (ADCG) beobachtet «drastisch steigende Verunglimpfung und Ausgrenzung von chinesischen Menschen bis hin zum offenen Rassismus», wie ADCG-Vizepräsident Felix Kurz laut einer Mitteilung sagte.

Menschen mit asiatischen Wurzeln würden pauschal als chinesisch und damit als potenzielle Ansteckungsgefahr wahrgenommen, schreibt der ADCG unter Berufung auf Erzählungen Betroffener. Eine Frau im Supermarkt soll etwa Menschen aufgefordert haben, zuhause zu bleiben und aufzuhören, «das Virus zu verbreiten». Der Patient einer Ärztin habe darüber gescherzt, ihr nicht die Hand schütteln zu wollen. Mitschüler eines Kindes sollen davon gesprochen haben, es auf das Virus testen zu wollen.

Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind bislang allerdings keine verbalen oder körperlichen Übergriffe gemeldet worden, wie diese auf Anfrage mitteilte.

Nach einem Angriff auf eine Chinesin in Berlin habe man sofort die Polizei kontaktiert, teilte die chinesische Botschaft mit. Wie die Berliner Polizei am Samstag mitteilte, sollen zwei Frauen am Freitagnachmittag im Stadtteil Moabit eine Chinesin rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen sowie geschlagen und getreten haben. Die 23-Jährige wurde demnach am Kopf verletzt und ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Die Angreiferinnen flüchteten. Die Polizei verwies auf Nachfrage zu den Beleidigungen auf laufende Ermittlungen.

Nach dem Fall habe man die chinesischen Staatsbürger in Deutschland auf sozialen Medien und über die eigene Webseite auf die aktuelle Situation hingewiesen, erklärte die Botschaft. Man habe Ratschläge für den Fall einer Provokation oder sogar Straftat gegeben und Aufmerksamkeit in Bezug auf den Schutz der eigenen Sicherheit angemahnt.

«Schlimmer als das Virus sind blinde Diskriminierung und Hass gegenüber den Menschen und diese fördern nur eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Deutschen und Chinesen», sagte der Vorsitzende der Düsseldorfer Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft, Dieter Böning, laut der AGDC-Mitteilung.

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