Es hört nicht auf: US-Polizist schießt Afroamerikaner im Beisein seiner Kinder in den Rücken

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Nur wenige Tage nach den tödlichen Schüssen auf einen Afroamerikaner im US-Bundesstaat Louisiana schossen Polizeibeamte erneut mehrmals auf einen schwarzen US-Bürger. Dieser entfernte sich im Schritttempo von den Polizisten, um zu seinen Kindern ins Auto zu steigen. Jetzt kämpft er um sein Leben.

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Bei all den jüngsten Fällen fataler Polizeieinsätze gegen Afroamerikaner kann man leicht den Überblick verlieren. Erst vor wenigen Tagen wurde der “Verdächtige” Treyford Pellerin von Polizeibeamten in der Stadt Lafayette im US-Bundesstaat Louisiana erschossen.

Der Mann habe sich einer Festnahme widersetzt und sei vor den Polizeibeamten weggerannt, hieß es seitens der Polizei. Anschließend schossen die Gesetzeshüter auf den 31-Jährigen – laut lokalen Medienberichten über ein Dutzend Mal.

Augenzeugen widersprechen den Angaben der US-Beamten ebenso wie ein Handyvideo, das der Menschenrechtsanwalt Benjamin Crump anschließend verbreitete und in dem sich Pellerin im Schritttempo von den Beamten entfernt.

Im Krankenhaus erlag der Afroamerikaner seinen massiven Verletzungen.

Am Sonntag traf es nun auch den Familienvater Jacob Blake in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin. In den sozialen Medien verbreitete Videoaufnahmen zeigen, wie ein Schwarzer im Schritttempo um einen Wagen herumgeht, während zwei weiße Polizisten ihm mit gezogener Waffe folgen. Als er die Wagentür öffnet und zu seinen Kindern ins Auto steigen will, eröffnet ein Polizist aus allernächster Distanz das Feuer und schießt dem 29-jährigen Blake in den Rücken. Auf den Aufnahmen sind sieben Schüsse zu hören. Erneut ist es der Rechtsanwalt Ben Crump, der ein entsprechendes Augenzeugenvideo auf Twitter verbreitet.

Wow. Diesem schwarzen Mann wurde mehrmals durch die Polizei von Kenosha in den Rücken geschossen. Er wollte in sein Auto steigen, nachdem er mutmaßlich einen Streit zweier Frauen schlichten wollte. Er ist in kritischem Zustand”, so Crump auf dem Kurznachrichtdienst.

In einem weiteren Tweet schreibt Rechtsanwalt Crumb:

Es ist bestätigt: Jacob Blakes drei Söhne waren im Auto, in das er einsteigen wollte, als die Polizei heute Abend auf ihn schoss. Sie sahen einen Polizisten, der auf ihren Vater schoss. Sie werden für immer traumatisiert sein. Wir können nicht zulassen, dass Offiziere ihre Pflicht verletzen, uns zu beschützen. Unsere Kinder haben Besseres verdient!!

Als Reaktion auf den erneuten Vorfall von Polizeibrutalität kam es laut Medienberichten vor der Polizeistation zu Protesten durch Anwohner. Die Polizei kündigte anschließend eine Ausgangssperre bis zum Montagmorgen an.

Wisconsins Gouverneur Tony Evers reagierte bei Twitter auf den Vorfall:

Wir sind gegen den übermäßigen Einsatz von Gewalt und sofortige Eskalation im Umgang mit schwarzen Bewohnern Wisconsins.

Jüngsten Berichten zufolge schwebt Blake nach wie vor in Lebensgefahr und wird im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt.

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