“Heute verdiene ich rund eine Million Euro” – Bundeskanzlerkandidat Merz sieht sich nur als “gehobene Mittelschicht”

in Welt 828 views
CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz bezeichnete sich als Teil der “gehobenen Mittelschicht” – und stieß damit auf Kritik. Nun legt er sein Einkommen offen.

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz hat in einem Zeitungsinterview erstmals sein Einkommen offengelegt. “Heute verdiene ich rund eine Million Euro brutto”, sagte er der Bild am Sonntag. Merz reagierte auf Kritik an seiner Aussage, wonach er sich zur “gehobenen Mittelschicht” zähle: “Für mich ist die gesellschaftliche Mitte nicht eine rein ökonomische Größe. Ich habe von meinen Eltern die Werte mitbekommen, die die Mittelschicht prägen: darunter Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt und das Wissen, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt, wenn man es sich leisten kann.”

Sich als Teil der Oberschicht zu begreifen, lehnte Merz ab: “Wenn ich ‘Oberklasse’ oder ‘Oberschicht’ höre, denke ich an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt haben und damit ihr Leben genießen. Das ist bei mir nicht der Fall.”

Details zu seinen Einnahmen als Aufsichtsrat mehrerer Firmen und Berater der Kanzlei Mayer Brown nannte Merz nicht. Laut Bild am Sonntag geht jedoch aus Geschäftsberichten hervor, dass Merz allein bei dem Vermögensverwalter BlackRock zuletzt mindestens 125.000 Euro pro Jahr verdiente. Hinzu kommen laut der Zeitung 80.000 Euro bei der Wepa Industrieholding, 75.000 Euro bei der Bank HSBC Trinkaus, sowie 14.000 Euro bei der Betreibergesellschaft des Flughafens Köln/Bonn.

Weiterlesen auf zeit.de

Merz zukünftiger Bundeskanzler Deutschlands?

Die Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz ist eine Kampfansage an die Bevölkerung. Als Rechtsanwalt hat er nicht nur eine politische Karriere im Europaparlament und Bundestag hingelegt. Sein Einfluss reicht weit in den weltweit mächtiges Wirtschaftskreis hinein.

So hat der 62-Jährige seit 2009 den Vorsitz des 1952 gegründeten Netzwerks „Atlantik-Brücke“ inne. Die private Organisation soll „eine wirtschafts-, finanz- und militärpolitische Brücke zwischen den USA und Deutschland schlagen“. Mit anderen Worten: Sie dient der gemeinsamen Durchsetzung imperialistischer Ziele der westlichen Zentren. Außerdem ist Merz Mitglied der privaten, die Politik der führenden Wirtschaftsnationen beratenden Denkfabrik „Trilaterale Kommission“ für Europa.

Er sitzt darüber hinaus in unzähligen Gremien diverser Versicherungskonzerne, Finanzdienstleister, Banken und Beraterfirmen. Doch sein mächtigster Posten ist wohl der Vorsitz im deutschen Aufsichtsrat des weltweit größten und einflussreichsten Vermögensverwalters namens BlackRock. Der Finanzkonzern mit Hauptsitz in New York City verfügte Ende 2017 über ein horrendes Kapital von 6,29 Billionen US-Dollar, umgerechnet 5,53 Billionen Euro – Tendenz steigend.

BlackRock ist an allen vom Deutschen Aktienindex (DAX) erfassten Konzernen beteiligt. Zwar verzeichnet der Finanzkonzern meist weniger als 8 Prozent der Anteile. Dies räumt ihm aber wichtige Mitspracherechte ein. Vor allem beschert es BlackRock gigantische Profitanteile. Dazu gehören sämtliche Branchen, darunter mit BMW, Daimler und Volkswagen die Automobilindustrie sowie die Chemiebranche mit BASF, Covestro und Bayer-Monsanto. Mit dabei sind Pharmakonzerne wie Beiersdorf, Fresenius und Merck sowie Stahl-, Technologie- und Rüstungsgiganten wie ThyssenKrupp, Siemens und Infineon.

Auch in der Konsumgüterbranche, bei Banken und Finanzdienstleistern, bei Immobilienkonzerne wie Vonovia und Energieriesen wie RWE sowie bei diversen Versicherungen, Verkehrsunternehmen, Software-Produzenten, der Telekom, der Post und der Lufthansa hat BlackRock seine Finger im Spiel.

Der Sozialdarwinist: 132 Euro sind genug zum Leben

Mit Friedrich Merz würde nicht nur ein Mann der Interessen des Großkapitals den Vorsitz der deutschen Christdemokraten übernehmen, sondern auch ein sozialchauvinistischer Hassprediger. Während seiner Zeit im Bundestag gab er immer wieder den Armen die Schuld an ihrer Lage, während er selbst fürstlich abkassierte. Mehr noch: Im Jahr 2008 rief er beispielsweise bei einer FDP-Tagung eine „Offensive für die soziale Marktwirtschaft“ aus.

Wörtlich klang das bei Merz so:

Wir müssen für die moralische Überlegenheit unserer Wirtschaftsordnung kämpfen.

Schon heute reiche das Wachstum der Volkswirtschaft nicht mehr aus, um alle sozialen Versprechen zu erfüllen. Von den Arbeitnehmern erwarte er „volle Zustimmung für die Begrenzung des Sozialstaats“. Dann wurde er noch deutlicher: Eine Grundsicherung von 132 Euro pro Monat reiche für Bedürftige aller Art völlig aus. Man müsse sparen und den Niedriglohnsektor ausweiten.

Nicht zu Unrecht ist die Empörung vor allem in alternativen Medien groß. Die Nachdenkseiten bezeichnen eine mögliche Wahl von Merz zum CDU-Vorsitzenden als „wohl größten politischen Unfall, der Deutschland passieren könnte“. Andere Medien sprechen von Lobby-Politik für „globalistische“ US-Interessen. Offenbar handele es sich um eine Verzweiflungstat der CDU, an der – wie an vielem anderen – die zwar farblose, aber zu jeder opportunistischen Schandtat bereite Bundeskanzlerin Angela Merkel schuld habe.

Tretet unserer Facebook Gruppe bei, um aktuelle und wichtige Ereignisse und Geschehnisse mitzudiskutieren   
Loading...

1 Comment

  1. Schaut euch die Demokratte genau an!
    Auch diesem Volkszertreter ist die mehr als 2000-jährige Inzucht eines uns allen bekannten Völkchens in jede Gesichtsfalte gemeißelt.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

*