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„Ich bin ungebrochen, wenn auch buchstäblich von Mördern umgeben“ – Julian Assange

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In einem Brief an den britischen Journalisten Gordon Dimmack schildert WikiLeaks-Gründer Julian Assange die repressiven Haftbedingungen im Belmarsh-Gefängnis, die es ihm unmöglich machen, sich auf seine Verteidigung vorzubereiten. Die US-Regierung wolle eher seinen Tod herbeiführen, als dass die Öffentlichkeit die Wahrheit erfährt, so Assange.

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In seinem Brief beklagt der Journalist und WikiLeaks-Gründer Julian Assange, dass er seit seiner Verhaftung am 11. April 2019 weder Zugang zum Internet noch ausreichend Kontakt zur Außenwelt bekommt. Das mache es unmöglich, sich auf die eigene Verteidigung vorzubereiten:

„Mir wird jede Möglichkeit verwehrt, mich auf meine Verteidigung vorzubereiten, bis heute kein Laptop, kein Internet, kein Computer, keine Bibliothek, aber selbst wenn ich Zugang bekomme, wird es nur für eine halbe Stunde pro Woche gemeinsam mit allen anderen sein.“

Besuch sei nur zweimal im Monat gestattet, und es dauere Wochen, bis jemand auf die Anrufliste gesetzt werde, so Assange. Außerdem würden alle Telefonate mit Ausnahme von Anwaltsgesprächen aufgezeichnet und seien in einem Zeitfenster von 30 Minuten täglich auf maximal 10 Minuten begrenzt, in denen alle Häftlinge um das Telefon konkurrierten. Eingehende Anrufe könne er nicht annehmen, für eigene Anrufe bekomme er nur wenige Pfund pro Woche, um die Telefongebühren zu begleichen.

Seinen Appell richtet Julian Assange deswegen an die Öffentlichkeit:

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„Ich kann mich nicht selbst wehren und zähle auf dich und andere Menschen mit gutem Charakter, um mein Leben zu retten. Ich bin ungebrochen, wenn auch buchstäblich von Mördern umgeben. Aber die Tage, an denen ich lesen und sprechen und mich organisieren konnte, um mich, meine Ideale und meine Leute zu verteidigen, sind einstweilen vorbei, bis ich wieder frei bin. Ihr alle müsst meinen Platz einnehmen.“

Die US-Regierung wolle eher per Betrug seine Auslieferung und seinen Tod herbeiführen, als dass die Öffentlichkeit die Wahrheit erfahre, für die er die höchsten Journalismus-Auszeichnungen erhalten habe und siebenmal für den Friedensnobelpreis nominiert worden sei, schreibt der Whistleblower, dem im Falle seiner Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft drohen.

„Letztendlich haben wir nichts als die Wahrheit“, schließt Assange seinen Brief.

Die WikiLeaks-Aktivistin und Assange-Vertraute Gail Malone beklagte in einem schriftlichen Sputnik-Interview, dass der inhaftierte WikiLeaks-Gründer zwar online breite Unterstützung bekomme, in der Praxis aber kaum echte Hilfe. Von der eigenen Regierung habe der gebürtige Australier  wenig mehr als Lippenbekenntnisse gehört. Auch auf die Kollegen sei kein Verlass: Gerade die westlichen Massenmedien hätten in den vergangenen Wochen immer wieder geschrieben, Assange sei kein Journalist, so Malone. Wer Julian Assange unterstützen wolle, könne auf der WikiLeaks-Internetseite für ihn spenden.

Quelle: sputniknews.com

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