Ma’nene Festival in Indonesien: Dorfbewohner graben verstorbene Verwandte wieder aus und ziehen ihnen neue Kleidung an

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Du siehst aus, wie von den Toten zurückgekehrt! Die Bewohner eines indonesischen Dorfes graben alle drei Jahre ihre verstorbenen Vorfahren aus und ziehen ihnen gemäß einem alten Ritual neue Kleider an, um ihnen “Liebe und Respekt” zu erweisen

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WARNUNG: GRAPHISCH ENTSCHÄRFTER INHALT

  • Fotos zeigen das Ma’nene Festival in Indonesien, wo Leichen von toten Verwandten ausgegraben und neu gekleidet werden
  • Das Ritual findet seit mehr als einem Jahrhundert statt und wird von den Torajanern in Indonesien gefeiert
  • Verwandte paradieren mit verwesenden Körpern, die in neue Kleider gewandet sind und posieren für Fotos mit den Leichen
  • Der Name des Festivals bedeutet übersetzt soviel wie die “Zeremonie der Reinigung der Leichen” und findet alle drei Jahre statt

Die indonesischen Torajaner zeigen stolz ihre toten Angehörigen, nachdem sie sie ausgegraben und in neue Kleider gehüllt haben. Dies ist ein altes Ritual, welches Respekt für ihre verstorbenen Angehörigen zeigen soll.

Alle drei Jahre exhumiert der Stamm von der Insel Sulawesi seine Toten, die sie waschen und in frische Kleidung stecken und dann bei einem Festival namens Ma’nene für Familienfotos posieren.

Das Ritual, das übersetzt “Die Zeremonie der Leichenreinigung” genannt wird, gibt es schon seit mehr als einem Jahrhundert.

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Ein Enkelsohn kämmt die Haare seiner toten Großeltern während des Ma’nene Rituals

Verwandte posieren mit der Leiche eines Armeeveteranen, der vor mehr als zehn Jahren starb

Eines der wichtigsten Ereignisse im Leben der Torajaner, einer ethnischen Gruppe der Gebirgsregion Tana Toraja, ist die Beerdigung.

Die meisten sparen ihr ganzes Leben lang Geld, damit sie sich eine respektable Beerdigung für sich selbst oder Familienmitglieder erlauben können.

In einigen Fällen wird die Beerdigung des Verstorbenen erst mehrere Wochen oder sogar Jahre nach seinem Tod abgehalten, so dass die Familie Zeit hat, Geld zu sparen und für eine extravagante Beerdigung aufzukommen.

Aber die Beerdigung ist nie das letzte Mal, dass sie den Körper ihres Verwandten zu sehen bekommen. Immer wenn ein älterer Dorfbewohner stirbt, wird sein Körper in mehrere Lagen Stoff gewickelt, um den Zerfall zu verhindern.

Dann werden sie alle drei Jahre ausgegraben, von Angehörigen bewundert und in andere Kleidung gehüllt.

Die Angehörigen kleiden einen Toten auf der Insel Sulawesi in Indonesien sorgfältig in frische Kleidung, bevor sie ihn begraben.

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Die Leiche von L Sarungu, einem vor 10 Jahre verstorbenen Armeeveteranen, wird während des Ma’nene Rituals im Dorf Panggala sorgfältig gereinigt und gepflegt

Ein weiteres wichtiges Element des Ma’nene Festivals ist der Austausch und die Reparatur der Särge, um die Zersetzung der Körper zu verhindern.

Die Torajaner leben hoch in den Bergen von Sulawesi in Indonesien. Das Gebiet ist so abgelegen, dass viele der Dörfer bis in die 1970er Jahre hinein völlig eigenständig waren, als das Gebiet von niederländischen Missionaren mit der Außenwelt in Kontakt gebracht wurde.

Die Dorfbewohner werden ermutigt, innerhalb ihrer Familie zu heiraten – allerdings nur jenseits des vierten Cousins.

Im Glaubenssystem der Torajaner ist der Tod kein abschließender Schritt, sondern nur ein Schritt in einem fortlaufenden spirituellen Leben.

Verwandte reinigen den Körper von Ne’Tampo, der seit 30 Jahren tot ist, während des Rituals im Dorf Panggala

Die Beerdigung ist für sie ein zentraler Punkt des Übergangs, und einige Beerdigungen dauern bis zu einer Woche, mit aufwendigen Feierlichkeiten.

Die Menschen in Torajan glauben, dass der Geist eines Toten immer in sein Ursprungsdorf zurückkehren sollte, ein Glaube, der viele davon abgehalten hat, ihr Zuhause zu verlassen, falls sie während der Reise sterben sollten und ihr Körper womöglich nicht zurückgebracht werden kann.

In seltenen Fällen stirbt ein Dorfbewohner fernab von seinem Zuhause, und Familienmitglieder begeben sich dann an den Ort, um den Körper zurück nach Hause zu bringen.

Einheimische handhaben eine Leiche vorsichtig, bevor sie sie behutsam pflegen und in neue Kleider wanden

Ein seit 10 Jahren verstorbener Armeeveteran wird im Rahmen des Festivals von liebevollen Angehörigen in Indonesien neu gekleidet und gepflegt

 

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