Millionen von Deutschland bestellte Atemmasken verschwunden – US Militär in Europa bereitet sich auf “Worst-Case-Szenario” vor

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Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sind Schutzmasken zur Mangelware geworden. Bei der Lieferung von Millionen von Masken nach Deutschland gab es nun eine Panne- sie verschwanden einfach spurlos.

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Als sich das Beschaffungsamt der Bundeswehr in die Coronakrise einschaltete, wurde mit großen Worten nicht gespart. Die Präsidentin der Koblenzer Großbehörde mit ihren mehreren Tausend Beamten teilte mit, man habe die “wichtige Aufgabe” gern übernommen.  Nun arbeite man “mit allen Kräften daran”, dringend benötigtes Sanitätsmaterial “so schnell wie möglich” zu beschaffen.

Bei der Lieferung von sechs Millionen Schutzmasken nach Deutschland gegen eine weitere Verbreitung von Corona-Infektionen hat es eine Panne gegeben. Die Masken der Schutzstufe FFP2 seien auf einem Flughafen in Kenia „spurlos verschwunden“, berichtete der Spiegel am Dienstag. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte, der Vorgang werde untersucht. Der von der Generalzolldirektion geschlossene Liefervertrag habe storniert werden können. Weiter sagte sie, es handele sich um einen Bruchteil des insgesamt bestellten Materials.

Die Beschaffung dringend benötigt medizinischen Materials in der Corona-Krise ist unter Federführung des Beschaffungsamtes der Bundeswehr organisiert. Unterstützt von der Generalzolldirektion leistet die Behörde Amtshilfe für das Bundesgesundheitsministerium.

Der Krisenstab der Bundesregierung hatte früh entschieden, das Beschaffungsamt, das eigentlich den Rüstungseinkauf für die Truppe abwickelt, solle gemeinsam mit der Generalzolldirektion den dringlichen Einkauf von Schutzmaterial für das Gesundheitsministerium logistisch unterstützen. Seitdem wurden in Koblenz bereits mehrere Verträge mit Herstellern von Sanitätsmaterial mit einem Gesamtwert von 241 Millionen Euro geschlossen.

Welche Auswirkungen der Verlust der Masken in Kenia hat, ist schwer abzumessen. Offiziell wollten sich weder das Wehr- noch das Gesundheitsressort äußern. Insider sprachen aber von einem gravierenden Vorfall. Zwar sei insgesamt eine hohe zweistellige Millionenzahl an Masken für Deutschland bestellt worden. Dass jedoch eine der ersten großen Lieferungen komplett ausfällt, sei “mehr als nur ärgerlich”.

Wie die Masken in Kenia abhandenkamen, konnte das Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer nicht sagen. Eine Sprecherin bestätigte auf Anfrage nur, dass die Masken verschwunden seien. Ein finanzieller Schaden sei nicht entstanden, da das Beschaffungsamt die Lieferung erst bei Ankunft in Deutschland bezahlt hätte. Was die sechs Millionen Masken gekostet hätten, dürfe sie nicht sagen.

Corona-Virus: US-Militär in Europa bereitet sich auf “Worst-Case-Szenario” vor

Noch nicht in Selbstisolation: US-Soldaten im März 2020 im oberpfälzischen Grafenwöhr

Das US-Militär in Europa bereitet sich auf die Ausbreitung des Corona-Virus in seinen Reihen vor – auch auf mögliche “Worst-Case-Szenarien”. Bislang sei man aber voll einsatzfähig. Nach Pentagon-Angaben befinden sich europaweit 2.600 Militärangehörige in Selbstisolation.

Die US-Truppen in Europa bereiten sich laut einem Bericht der Washington Times wegen der Verbreitung des Corona-Virus auf dem Kontinent auf ein “Worst-Case-Szenario” vor. Die Tageszeitung zitierte General Tod D. Wolters, den Befehlshaber des U.S. European Command in Stuttgart, mit der Aussage, es gebe derzeit unter den US-Militärangehörigen in Europa 35 gemeldete Fälle.

Allerdings gehen die US-Streitkräfte wegen der schnellen Ausbreitung des Virus in Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich davon aus, dass auch das eigene Militär stärker betroffen sein wird. Wolters erklärte am Freitag telefonisch gegenüber Journalisten:

Wir bereiten uns im Hinblick auf die mögliche Ausbreitung auf Worst-Case-Szenarien vor.

Ein Worst-Case-Szenario sei für ihn, wenn das Corona-Virus die US-Streitkräfte in Europa so weit beeinträchtigt, dass er sich außerhalb seines Befehlsbereichs Unterstützung suchen muss. Bislang habe sich das Virus nicht auf die Einsatzbereitschaft der Truppe ausgewirkt. Er gehe gegenwärtig auch nicht davon aus, dass die Verbreitung des Corona-Virus diese Bereitschaft beeinträchtigen werde.

Wie das Pentagon ebenfalls am Freitag erklärte, befinden sich zur Zeit etwa 2.600 US-Militärangehörige, unter ihnen auch Zivilisten, in Europa in Selbstisolation. Zuvor waren sie als gefährdet eingestuft worden. Das US-Militär in Europa zählt etwa 72.000 Soldaten.

 

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