Nato-Angriff 1999 mit Uranmunition: Serbien rollt die Ermittlungen wieder auf

NATO verwendet radioaktive Uranmunition als Standardmunition – mit verheerenden Folgen für Mensch & Natur

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Frieder Wagner über ein seiner Meinung nach ungeahndetes Kriegsverbrechen

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Urangeschosse sind hochgiftig und radioaktiv strahlend – und werden bei Kriegszügen der NATO mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt als Standardwaffen verwendet. Ein Gespräch mit Frieder Wagner, Filmemacher und Autor des Buches Todesstaub – made in USA.

Herr Wagner, was ist Uranmunition und warum wird sie eingesetzt?

Frieder Wagner: Uranwaffen und -munition werden aus abgereichertem Uran hergestellt. Abgereichertes Uran, englisch Depleted Uranium, kurz DU, ist ein Abfallprodukt der Atomindustrie. Wenn man aus Natururan Brennstäbe im Gewicht von einer Tonne herstellt, fallen etwa acht Tonnen abgereichertes Uran an. Dieses ist zwar als Alphastrahler nur schwach radioaktiv, muss aber entsprechend entsorgt und bewacht werden – und das kostet Geld, viel Geld.

Dieses abgereicherte Uran, das als Schwermetall wie Blei auch noch hochgiftig ist, hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Das heißt, diese radioaktive Zeitbombe bleibt uns ewig und inzwischen gibt es davon weltweit etwa 1,3 Millionen Tonnen und es werden täglich mehr.

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“Zwischen 3000 bis 5000 Grad Reibungshitze”

Wie wird man dieses radioaktive und hochgiftige Zeug wieder los?

Frieder Wagner: Die Waffenentwickler der Militärs entdeckten, dass dieses Metall als Abfallprodukt sehr billig zu haben ist und für militärische Zwecke zwei ausgezeichnete Eigenschaften besitzt: Formt man dieses Metall zu einem spitzen Stab und beschleunigt ihn entsprechend, dann durchdringt er aufgrund seines enormen Gewichtes – fast doppelt so schwer wie Blei – Stahl und Stahlbeton, wie ein heißes Messer ein Stück Butter. Dabei entsteht an diesem abgereichertem Uranmetallstab ein Abrieb, der sich bei der enormen Reibungshitze von Temperaturen zwischen 3000 bis 5000 Grad Celsius selbst entzündet.

Das heißt, wenn sich ein solches Geschoss in Sekundenbruchteilen durch einen Panzer schweißt, entzündet sich das abgereicherte Uran explosionsartig und die Soldaten in dem Panzer verglühen. Wegen dieser beiden Eigenschaften: Stahl wie Butter zu durchdringen und die Fähigkeit, sich selbst zu entzünden und so wie ein Sprengstoff zu wirken, ist das Abfallprodukt “abgereichertes Uran” heute bei den Militärs so beliebt und wird deshalb entsprechend eingesetzt.

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Seit wann ist bekannt, dass es diese Munition überhaupt gibt?

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