Russisches Fernsehen zeigt nukleare Ziele in den USA auf

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Angesichts der rapiden Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Russland nach dem Zusammenbruch des Atomwaffenabkommens INF, der Vladimir Putin dazu veranlasst hatte, die USA der “Zerstörung” der globalen Sicherheit zu beschuldigen, listete das russische Staatsfernsehen US-Militäreinrichtungen auf, die Moskau im Falle eines Atomschlags ins Visier nehmen würde.

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In dem Beitrag, den Reuters als “selbst für seine [Russlands] eigenen kampfeslustigen Standards außergewöhnlich” bezeichnete, heißt es, dass Russland an einer Überschallrakete arbeite, welche diese Ziele in weniger als fünf Minuten treffen könnte.

Zu den Zielen zählen demnach unter anderem das Pentagon, Fort Ritchie und der Rückzugsort des US-Präsidenten in Camp David, Maryland. Eine Hyperschallrakete, die Russland derzeit entwickelt, könnte sie demnach innerhalb von weniger als fünf Minuten treffen.

Der Bericht wurde am 24. Februar 2019 im russischen Fernsehen ausgestrahlt, nur wenige Tage nachdem Präsident Wladimir Putin gesagt hatte, Moskau sei militärisch bereit für eine Krise im Stil einer “kubanischen Rakete”, wenn die Vereinigten Staaten eine wollten.

In der Sendung am Sonntagabend zeigte Dmitry Kiselyov, Moderator der wichtigsten wöchentlichen Fernsehnachrichtensendung “Vesti Nedeli” in Russland, eine Karte der Vereinigten Staaten und identifizierte mehrere Ziele, von denen er sagte, dass Moskau sie im Falle eines Atomkrieges angreifen wolle. Zu den Zielen, die Kiselyov als US-Präsidentschafts- oder Militärkommandozentren beschrieb, gehörten auch Fort Ritchie, ein 1998 geschlossenes militärisches Ausbildungszentrum namens McClellan, in Maryland, eine 2001 geschlossene US-Luftwaffenbasis in Kalifornien und Jim Creek, eine Marinekommunikationsbasis im Staat Washington.

Das russische Fernsehen listete die potenziellen US-Ziele der geplanten überschallartigen Zircon-Rakete auf, die Dmitri Kiselev als “unbesiegbar” bezeichnete. Dazu gehören das Pentagon, Camp David und Fort Ritchie.

Kiselyov, der dem Kreml nahesteht, sagte, die Überschallrakete ‘Tsirkon’ (‘Zirkon’), die angeblich mit fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen kann und von Russland entwickelt wird, könnte die Ziele in weniger als fünf Minuten treffen, wenn sie von russischen U-Booten aus gestartet wird.

“Im Moment bedrohen wir niemanden, aber sollte ein solcher Einsatz notwendig werden, wird unsere Reaktion sofort erfolgen”, sagte er.

Wie Reuters anmerkte, ist Kiselyov eines der Hauptsprachrohre für den stark antiamerikanischen Ton des staatlichen Fernsehens. Er war es, der einmal sagte, Moskau könne die Vereinigten Staaten in radioaktive Asche verwandeln. Als der Kreml aufgefordert wurde, den Bericht von Kiselyov zu kommentieren, hieß es nur, man mische sich nicht in die redaktionelle Politik des staatlichen Fernsehens ein.

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Nach Trumps Aussetzung des Intermediate-Range-Nuclear Forces-Vertrages [übersetzt: Vertrag über nukleare Mittelstreckenwaffen] (INF) und angesichts der wachsenden russischen Angst, dass die Vereinigten Staaten nukleare Raketen in mittlerer Reichweite in Europa in Auflösung des Rüstungskontrollvertrages aus der Zeit des Kalten einsetzen könnten, sagte Putin, Russland sei gezwungen, darauf zu reagieren, indem es U-Boote mit nukleaen Überschallraketen in der Nähe von US-amerikanischen Gewässern bereithalte.

In Reaktion darauf betonen die Vereinigten Staaten, dass sie keine unmittelbaren Pläne für den Einsatz solcher Raketen in Europa hätten und haben die Warnungen Putins als unaufrichtige Propaganda zurückgewiesen. Während die USA derzeit keine bodengebundenen Mittelstreckenraketen haben, die sie in Europa platzieren könnten, eröffnet die Entscheidung, den Vertrag von 1987 wegen einer angeblichen russischen Verletzung zu kündigen – was Moskau bestreitet – den USA die Freiheit, mit der Entwicklung und dem Einsatz solcher Raketen zu beginnen.

Putin hat gesagt, dass Russland kein neues Wettrüsten wolle, hat aber zugleich auch seine militärische Rhetorik verschärft.

Einige Analysten sehen in Putins Ansatz eine Taktik, um zu versuchen, die Vereinigten Staaten wieder zu Gesprächen über das strategische Gleichgewicht zwischen den beiden Mächten zu veranlassen, worauf Moskau schon seit langem drängt. Unterdessen gibt der Zusammenbruch des INF den in den USA ansässigen neokonservativen Kriegstreibern und Rüstungsfirmen die Möglichkeit, sich auf den unvermeidlichen nächsten (nuklearen) Rüstungswettlauf zwischen den beiden Nationen vorzubereiten. Die Frage ist nur, ob und wann sich China entscheidet, offiziell mitzumachen.

 

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Verweise:

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