Straßburg-Attentäter erhielt kurz vor Bluttat einen Anruf aus Deutschland – Jetzt ermittelt auch Bundesanwaltschaft

in Kriminalität/Welt 3111 views

Bei einem Angriff in der Gegend des Straßburger Weihnachtsmarkts gab es mehrere Opfer. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus. Nach Angaben der Behörden gibt es vier Todesopfer – 13 Personen wurden verletzt. Der polizeibekannte Täter ist flüchtig, wurde aber angeschossen.

  • Verstärkte Kontrollen an deutscher Grenze
  • Täter ist in Deutschland und Frankreich verurteilt
  • Polizei fahndet öffentlich mit Foto

Chérif Chekatt erhielt vor der Tat Anruf aus Deutschland

22.45 Uhr: Der mutmaßliche Attentäter von Straßburg Chérif Chekatt wurde unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen. Das erfuhr das “rbb Inforadio” aus Sicherheitskreisen. Er ging jedoch nicht ans Telefon. Unklar ist, wer ihn angerufen hat und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach.

Der Anruf ist ein weiteres Indiz dafür, dass Cherif Chekatt Verbindungen nach Deutschland hat. 2016 war er in Deutschland vom Amtsgericht Singen zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er in eine Apotheke in Engen in Baden-Württemberg sowie in eine Zahnarztpraxis in Mainz eingebrochen war. 2017 wurde er von den deutschen Behörden nach Frankreich ausgewiesen und mit einer Wiedereinreisesperre belegt.

Den deutschen Behörden war nicht bekannt, dass Chérif Chekatt In Frankreich als islamistischer Gefährder geführt wird, obwohl er im Grenzbereich zu Deutschland lebt und in Deutschland in Haft gewesen ist. Auch das Schengeninformationssytem enthielt keinen Vermerk, dass Chérif Chekatt in Frankreich als Gefährder geführt wird, sondern lediglich den Hinweis auf die Einreisesperre nach Deutschland.

Bei seiner Abschiebung aus der Haft in Freiburg ist dem wegen des Attentats in Straßburg gesuchten Chérif Chekatt eine „hohe kriminelle Energie“ bescheinigt worden. Die Verurteilung wegen schwerer Einbrüche offenbare „eine von rücksichtslosem Profitstreben geprägte Persönlichkeitsstruktur“ und lasse annehmen, dass er „in Zukunft Straftaten ähnlicher Art und Schwere begehen“ werde. Das geht aus der Anordnung des Regierungspräsidiums Freiburg für die Abschiebung aus der Haft hervor. Das Schreiben vom 26. November 2016 liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Chekatt ist nach den tödlichen Schüssen in Straßburg auf der Flucht. Auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt in dem Fall.

Polizei-Razzia im Straßburger Stadtteil Neudorf. Hier war Attentäter Chérif C. zuletzt gesehen worden.
©Jean-Francois Badias / APAFP

Französische Regierung verstärkt nach Anschlag Anti-Terror-Truppe

22.09 Uhr:Nach dem tödlichen Terroranschlag in Straßburg verstärkt die französische Regierung die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz. In den kommenden Tagen sollen sich rund 1300 weitere Soldaten der sogenannten Operation Sentinelle anschließen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm. Für sie sind einige tausend Soldaten in Frankreich im Einsatz.

Polizei fahndet nach Anschlag in Straßburg nun öffentlich nach Verdächtigem

19.40 Uhr: Nach dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt fahndet die französische Polizei nun öffentlich nach dem Verdächtigen Chérif Chekatt. Die Polizei gab am Mittwoch einen offiziellen Fahndungsaufruf mit einem Foto heraus, in dem sie die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem 29-Jährigen bat. Auch deutsche Ermittler fahnden unter Hochdruck nach dem mutmaßlichen Islamisten, der auch in Deutschland bereits im Gefängnis saß.

Der Gesuchte sei “gefährlich”, warnte die französische Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter. “Greifen Sie auf keinen Fall selber ein.” Chekatt ist demnach 1,80 Meter groß und hat eine “normale Statur”. Wer Informationen über seinen Aufenthaltsort hat, soll sofort die Polizei verständigen.

Straßburger Weihnachtsmarkt bleibt nach Anschlag vorerst geschlossen

19.13 Uhr:Nach dem tödlichen Terroranschlag in Straßburg soll der bekannte Weihnachtsmarkt auch an diesem Donnerstag geschlossen bleiben. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Angreifer von Straßburg war auch in Luxemburg kriminell

17.11 Uhr: Der mutmaßliche Attentäter von Straßburg ist auch in Luxemburg kriminell unterwegs gewesen. Seine DNA sei bei einem versuchten Einbruchsdiebstahl im Jahr 2012 am Tatort gefunden worden, sagte ein Sprecher der Regierung in Luxemburg am Mittwoch. Danach sei auch ein Strafverfahren gegen Chérif Chekatt eingeleitet worden: Eine Vorladung habe dem Mann aber nicht zugestellt werden können, da sein Wohnort damals unbekannt gewesen sei, sagte ein Sprecher der Luxemburger Justiz.

Es gebe derzeit keine konkrete Terrorgefahr für Luxemburg, teilte die Regierung im Großherzogtum weiter mit. Allerdings werde die Polizei in Luxemburg verstärkte Präsenz zeigen.

Trump nutzt Straßburger Anschlag als Argument für geplante US-Grenzmauer

16.40 Uhr:US-Präsident Donald Trump hat den Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt als warnendes Beispiel in seinem Werben für die US-Grenzmauer benutzt. “Ein weiterer sehr schlimmer Terrorangriff in Frankreich”, schrieb Trump am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter – und fügte hinzu: “Wir werden unsere Grenzen sogar noch mehr verstärken”.

An die Chefs der oppositionellen Demokraten im Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, appellierte Trump erneut, die Freigabe von Haushaltsmitteln für den Mauerbau an der mexikanischen Grenze zu ermöglichen. “Chuck und Nancy müssen uns die Stimmen geben, um zusätzliche Grenzsicherheit zu bekommen!”, twitterte er.

15.49 Uhr: Der mutmaßliche Angreifer ist im Jahr 2016 vor dem Amtsgericht Singen wegen besonders schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Chérif Chekatt war im Jahr 2012 in eine Zahnarztpraxis in Mainz eingebrochen, im Jahr 2016 in eine Apotheke in Engen im südlichen Baden-Württemberg.

Weiterlesen auf focus.de

 

Tretet unserer Facebook Gruppe bei, um aktuelle und wichtige Ereignisse und Geschehnisse mitzudiskutieren   
Loading...

Leave a Reply

Your email address will not be published.

*