Volkswagen produziert in Deutschland wieder Autos

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Der Autobauer Volkswagen hat am Donnerstag im sächsischen Zwickau die inländische Fahrzeugproduktion wieder aufgenommen. Nach mehr als fünf Wochen Corona-Zwangspause liefen am Morgen die Bänder in Halle 5 der ersten VW-Elektroauto-Fabrik an – allerdings mit halbem Tempo. «Gesundheit geht vor Stückzahl», sagte Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen. Vorerst sollen in nur einer Schicht pro Tag 50 Fahrzeuge gebaut werden und damit ein Drittel der bisherigen Menge.

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Umfangreiche Hygiene- und Abstandsregeln sollen die Sicherheit der zunächst 1500 Mitarbeiter gewährleisten, die in dieser Woche aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden. Im Zwickauer Werk wird seit November der ID.3 gebaut, der vollelektrische Hoffnungsträger des Konzerns. Obwohl sich dessen Start Ende 2019 durch Software-Probleme verzögert hatte und die Bänder seit 19. März stillstanden, sollen bis Sommer wie geplant 100 000 E-Fahrzeuge in Zwickau gebaut werden.

Wirtschaftsministerium erwartet Einbruch des Konsums

Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet infolge der Corona-Krise in den kommenden Monaten einen «bisher einmaligen» Absturz der Industriekonjunktur. Auch beim privaten Konsum sei von einem tiefen Einbruch auszugehen, geht aus einem am Mittwoch vorgelegten Bericht des Ministeriums zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im April hervor.

Die Corona-Pandemie habe die globale Wirtschaft in eine Rezession geführt. Auch die deutsche Wirtschaftsleistung werde zurückgehen. Die weitere Entwicklung sei mit großen Unwägbarkeiten verbunden.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich seit März in der Rezession. Diese werde voraussichtlich bis Mitte des Jahres andauern, heißt es. Die Corona-Pandemie setze der globalen und der deutschen Wirtschaft zu. «Die wegbrechende globale Nachfrage, die Unterbrechung von Lieferketten, Verhaltensänderungen der Verbraucher und eine Verunsicherung von Investoren wirken sich massiv auf Deutschland aus.»

Die Industriekonjunktur dürfte im März und im zweiten Quartal einbrechen, heißt es weiter. Mit dem Shutdown der sozialen Kontakte seien außerdem viele Dienstleistungen eingeschränkt und der private Konsum stark reduziert worden. Die Arbeitslosigkeit werde zunehmen.

Stimmungslage im Mittelstand bricht drastisch ein

Die Stimmung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie massiv verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren gefallen. Mit 7,7 Punkten liege der Indexwert aber weiter über dem während der Finanzkrise 2009, als er sich bei minus 15,3 Punkten befand, teilte Creditreform am Donnerstag mit. Das liege vor allem an der noch relativ guten Lage im Baugewerbe.

Creditreform hatte zwischen dem 2. und 29. März rund 1000 Unternehmen befragt – zum Teil also noch bevor ein Großteil der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung in Deutschland in Kraft getreten war.

Zuletzt rechneten noch 26,6 Prozent der Befragten mit steigenden Auftragseingängen für den weiteren Jahresverlauf – knapp jeder Fünfte

(19,4 Prozent) erwarte Rückgänge, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bei den Umsätzen gingen 18,2 Prozent der Befragten von einem Minus aus. Vor allem das verarbeitende Gewerbe und der Handel rechneten mit hohen Einbußen. Mit steigenden Umsätzen kalkulieren im Mittelstand nur noch knapp 30 Prozent der Befragten.

Kauflaune der Verbraucher im Keller – Ende der Hamsterkäufe?

Bier und Kondome statt Toilettenpapier: Nach Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Pandemie zeichnet sich ein anderes Kaufverhalten ab. Größere Anschaffungen trauen sich in der Corona-Krise hierzulande ohnehin weniger Verbraucher zu.

Der Ansturm der Verbraucher auf Toilettenpapier, Reis oder Teigwaren in der Corona-Krise scheint nachzulassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag ist der Absatz dieser Produkte zuletzt gesunken. Wein, Bier und Kondome waren dagegen gefragt – jedenfalls vor Ostern. Grundsätzlich wollen die Menschen in der Krise ihr Geld zusammenhalten. Die Stimmung der Verbraucher ist so schlecht wie nie.

Die Angst vor Arbeitsplatzverlust und Kurzarbeit in der Corona-Krise hat den Konsumklimaindex auf einen historischen Tiefstand gedrückt, wie der Nürnberger Marktforscher GfK mitteilte. «Die Verbraucher befinden sich in einer Schockstarre», sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Menschen gingen davon aus, dass Deutschland durch die Coronakrise in eine schwere Rezession stürzen wird. «Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung befinden sich im freien Fall.» Für Mai rutscht der monatlich ermittelte Konsumklimaindex, der sich als Prognose jeweils auf den Folgemonat bezieht, deutlich unter die Nulllinie.

Der Konsum macht in Deutschland einen Anteil von etwa 55 Prozent der Wirtschaftsleistung aus und hat damit signifikante Bedeutung für Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes.

Bei der Auswahl der Produkte, die gekauft werden, hat die Corona-Krise der GfK zufolge einen deutlichen Wandel herbeigeführt. Bedingt durch das Arbeiten von zu Hause seien die Verkäufe von Computern, Laptops aber auch von Spielekonsolen in den fünf großen europäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien

und Spanien deutlich in die Höhe geschnellt, so die Konsumforscher.

Zudem seien Online-Verkäufe stark im Trend – mit einem Plus von 100 Prozent in der Woche nach dem 30. März, fanden die Konsumforscher weiter heraus. Dies sei aber längst nicht genug, um die Verluste im stationären Handel auszugleichen. Der Gesamtmarkt schrumpfte in den fünf größten Ländern Europas um 14 Prozent.

Geändert hat sich das Bild bei Waren des täglichen Bedarfs, auf die es in den vergangenen Wochen einen regelrechten Ansturm gegeben hatte. Nach einer eingeschränkt repräsentativen Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes lag beispielsweise der Absatz von Toilettenpapier in der Woche nach Ostern (13.-19.4) wie schon in der Vorwoche fast zwei Drittel unter dem Durchschnittswert der Monate August 2019 bis Januar 2020. Auch bei anderen Produkten wie Teigwaren, Reis und passierten Tomaten, mit denen sich die Verbraucher zuvor in großem Stil eingedeckt hatten, sank der Absatz. Als Gründe vermuteten die Statistiker kurzzeitige Engpässe beim Angebot sowie eine Sättigung des Bedarfs.

Eine ähnliche Entwicklung konstatierte das Marktforschungsunternehmen Nielsen. In den vergangenen Wochen habe sich mehr als ein Drittel der Verbraucher in Deutschland im Lebensmitteleinzelhandel und in den Drogeriemärkten bevorratet, sagte Jens Ohlig, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland, Österreich und der Schweiz

der Deutschen Presse-Agentur. «Aktuell beobachten wir jedoch, dass sich die Einkäufe … langsam wieder in Richtung Normalbereich bewegen.»

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